Unserer Route durch Norwegen 2024

Insgesamt ca. 5000 km

Wir sind dann mal weg

Nach einem Schockmoment gestern weil der Solarregler kaputt war und ich das halbe Auto auseinandergenommen habe…

…konnten wir heute früh beruhigt unsere Reise antreten. Diesmal fahren wir wieder mit unserem Calli.

Nach 10 Stunden Fahrt und viel zu viel Verkehr saßen wir entspannt bei herrlichem Sonnenschein in Hirtshals und warteten unserer Fähre entgegen.

Abendbrot gab es im Fiskehus…

Und zum Nachtisch ein leckeres dänisches Softeis…

Als wir auf die Fähre gewartet haben, haben wir Vitalij kennengelernt. Er kommt aus Kiev und war seit 4 Tagen aus der Ukraine unterwegs. Mit Beginn des russischen Überfalls, war er 18 Monate an der Front. Jetzt bringt er seine beiden kleinen Söhne, einer davon schwer behindert, in Sicherheit. Es war sehr bewegend sich mit ihm zu unterhalten, mit beeindruckenden Aussagen wie „Wir Ukrainer lassen uns nicht töten, zur Not kämpfen wir mit Stöcken.“

Nun fahren wir in Richtung Norwegen, …und gute Nacht. 😴

Velkommen til Norge

Gegen 0:20 Uhr kam unsere Fähre in Kristiansand an. Wir haben uns gleich auf den Weg zu unserem Übernachtungsplatz aufgemacht und konnten gegen 1:15 Uhr endlich schlafen.

Der Parkplatz auf dem wir übernachtet haben, liegt schön ruhig, an einem kleinen idyllischen See. Hier haben wir im letzten Jahr schon übernachtet, weil er in der Nähe zur Fähre in Kristiansand liegt.

Unsere Tour heute führte uns von Kristiansand nach Ølberg. Dabei sind wir bei Flekkefjord von der E39 auf die landschaftlich viel schönere E44 abgefahren. Diese wird auch als Landschaftsroute Jæren bezeichnet.

Wir haben einen Stop in Helleren am Jøssingfjord gemacht. Hier stehen zwei alte Häuser aus dem 18. Jahrhundert, die unter einem Felsvorsprung gebaut wurden.

Unsere Fahrt immer mit Blick auf die Nordsee.

Angekommen in Ølberg mit seinem Sandstrand. Wir hatten völlig ausser Acht gelassen, dass die Norweger ja schon seit Freitag, wegen ihres Nationalfeiertages am 17.Mai, ein sehr langes Wochenende haben. Dementsprechend voll war dann auch der Campingplatz.

Wir genießen nun erstmal den Sonnenuntergang über der Nordsee.

Stavanger

Bei herrlichem blauen Himmel und sonnigen 24 Grad haben wir heute eine Radtour von Ølberg nach Stavanger gemacht.

Vorbei am Flughafen von Stavanger, wo in regelmäßigen Abständen die Helikopter entweder zu den Bohrinseln fliegen oder von dort zurückkommen.

Der Flughafen liegt an einem tollen Sandstrand.

Unseren ersten Halt haben wir bei den „Svert i Fjell“ am Hafrsfjord bei Stavanger gemacht. Es handelt sich um drei jeweils zehn Meter hohe vertikale Bronzeschwerter, die aussehen, als hätte ein Riese sie in den Felsen gesteckt. Die Schwerter sollen Frieden, Einheit und Freiheit symbolisieren 

 

Die Geschichte, die sich hinter den Schwertern verbirgt, ist sowohl eine dramatische Liebesgeschichte als auch eine blutige Kriegsgeschichte. Norwegen wurde im 8. Jh. von mehreren kleineren Königen regiert, und der Legende zufolge zog Harald I. Schönhaar los, um das Land zu vereinen und seine auserwählte Ehefrau, Gyda Eiriksdatter, die ihn nur heiraten wollte, wenn es ihm gelang, sich ganz Norwegen unterwürfig zu machen, zu beeindrucken. Er zog daher in den Krieg gegen die anderen kleineren Könige, und die entscheidende Schlacht fand 872 am Hafrsfjord statt. Harald I. schlug hier seine letzten großen Widersacher, und Norwegen wurde in einem einzigen großen Königreich vereint (und er konnte seine Gyda heiraten).

Unsere Tour führte uns dann bis in die Altstadt von Stavanger, mit 173 wunderschönen weißen Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Im Europäischen Jahr des Denkmalschutzes 1975 wurde Gamle Stavanger von der UNESCO zu einer der erhaltenswerten Städte Norwegens erklärt.

 

Gleich neben der Altstadt befindet sich der Anleger für die großen Kreuzfahrtschiffe. Auch heute war wieder so eine „Schrankwand“ da.

Es war ein sehr schöner Tag und eine entspannte Fahrradtour.

Weiter Richtung Norden

Gestern Abend hatten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Unser Weg führte uns heute weiter nach Norden. Nochmal vorbei am Sverd i Fjell.

Gemütlich mit zwei Fähren…

Vorbei an Lachsfarmen im Fjord.

Auf unserem Weg zur zweiten Fähre, kamen wir in eine Polizeikontrolle und Lorenz musste pusten. Den Polizisten durfte ich leider nicht fotografieren, deshalb nur das Bild vom Pusteröhrchen.

Auf den Fähren in Fjord Norwegen kann man Sveler – Norwegische Pfannkuchen kaufen. Sveler (Einzahl: Svele) haben wir im letzten Jahr entdeckt. Dieser traditionelle norwegische Snack ähnelt amerikanischen Pfannkuchen und wird normalerweise mit Butter und süßem Braunkäse oder einer Butter-Zucker-Mischung serviert. Bei uns gab es Svele med Smørkrem.

Unser Campingplatz ist nicht der schönste, aber er ist gut gelegen für unseren morgigen Ausflug nach Bergen.

Zum Abendbrot gab es heute leckere Kartoffeln mit Quark und Salat. Genau das richtige bei diesen Temperaturen.

 

Bergen

Bergen ist die regenreichste Stadt in Norwegen. Wir sind nun zum dritten Mal hier und hatten bisher immer Sonnenschein.

Mit der Straßenbahn (Bybanen) sind wir bis in die Innenstadt gefahren. Die Öffentlichen Verkehrsmittel sind hier total unkompliziert.

Offensichtlich waren wir etwas früh dran, denn der rote Teppich war nicht nicht fertig ausgelegt…

Wir wurden aber trotzdem ganz herzlich mit Musik begrüßt…

Unser erster Weg führte uns zur Fløibanen.

Die Fløibane ist eine Standseilbahn, die auf den 320 Meter hohen Fløyen führt. Auf einer Streckenlänge von 848 Metern überwindet sie seit über 100 Jahren eine Höhendifferenz von 302 Metern. Die einzige Standseilbahn Norwegens befördert jährlich mehr als eine Million Reisende, 2017 waren es 1 834 000 Fahrgäste. Die Fahrtzeit beträgt zwischen fünf und acht Minuten. In der Mitte der Strecke befindet sich eine Ausweichstelle, an der einander die beiden Wagen bei Berg- oder Talfahrt begegnen.

Vom Fløyen hat man einen tollen Blick auf Bergen und das Umland.

Als nächstes wollten wir zur Domkirche Bergen, aber diese hat leider nur Freitags geöffnet.

Auf dem berühmten Fischmarkt haben wir uns ein Krabbenbrötchen zum Mittagessen gegönnt.

Zum Nachtisch gab es ein Softeis. Nur so und im Schatten lies es sich bei 26 Grad aushalten.

Als nächstes haben wir uns Bryggen angeschaut.

Bergens älteste Besiedlung entstand entlang Bryggen, seit vielen Jahrhunderten das lebendige Zentrum der Stadt. Das Weltkulturerbe Bryggen besteht aus Resten der alten Besiedlung entlang des Hafenbeckens, und Bryggen ist eines der bekanntesten mittelalterlichen Stadtviertel Norwegens. Die Hanseaten, Kaufleute im Deutschen Hanseverband, errichteten im Jahr 1360 ein Auslandskontor auf Bryggen und beherrschten beinahe 400 Jahre diesen Stadtteil.

Bryggen ist von zahlreichen Bränden heimgesucht worden. Der groβe Brand von 1702 legte die gesamte Stadt in Schutt und Asche, doch Bryggen wurde danach wieder aufgebaut. Die alte Bauweise wurde beibehalten,wodurch das Profil der Bryggen heute, unberührt von den Zeitläuften, dasselbe wie im 12. Jahrhundert ist. Bryggen gehört heute zum Weltkulturerbe und steht auf der UNESCO-Liste des Welterbes, außerdem ist Bergen eine World Heritage City geworden.

Im Julehuset ist das ganze Jahr Weihnachten…

Lorenz fand den Ausflug auch ganz prima.

Die Überdosis an vielen Menschen hat ausgereicht und deshalb werden wir morgen wieder in die norwegische Einsamkeit flüchten.

Von Bergen bis zum Gaularfjellet

[Triggerwarnung für Tim & Jule 😉]

3 Tage in Bergen mit Sonne und kein Regen… Heute Morgen gegen 9:30 Uhr haben wir bei strahlend blauen Himmel, Sonnenschein und schon 24 Grad Bergen verlassen.

Wir sind heute weiter auf der E39 unterwegs gewesen. Erstaunlicherweise war da ziemlich wenig Verkehr.

Bei Vadheim sind wir auf die 55 gefahren und haben über Balestrand und die Landschaftroute Gaularfjellet einen sehr schönen Umweg gemacht.

An der Sankt-Olav-Kirche in Balestrand sind wir diesmal nur vorbei gefahren. Wir waren ja schon letztes Jahr hier.

Unterwegs haben wir auch schon mal nach Häusern geschaut…

Gaularfjellet ist für die meisten ein gut bewahrtes Geheimnis. Die Fahrt verläuft am Fjord entlang, bevor sich die Straße zum höchsten Punkt des Gebirges hinaufschlängelt. Vom Rastplatz Utsikten kann man den Anblick der üppigen, schönen Landschaft genießen mit der Straße, die sich den Hang hinaufwindet.

Die Straße folgt dem Gaularvassdraget, einem der wenigen unter Naturschutz stehenden Gewässer, das alles bietet: von wilden Stromschnellen und Wasserfällen bis hin zu ruhigen Teilen, in denen das Wasser leise dahinfließt. 

Für heute haben wir einen schönen einsamen Platz an einem See gefunden und genießen den Abend mit dem Rauschen der Wasserfälle.

Besuch bei Ute…

Wir hatten eine erholsame Nacht, nur mit dem Rauschen des Wasserfalls im Hintergrund.

Nach einem gemütlichen Frühstück, haben wir uns auf den Weg zur Vogelinsel Runde gemacht.

Leider ist die Insel auch schon kein Geheimtipp mehr, denn der Campingplatz ist ganz schön voll. Jedenfalls sind es mehr Besucher als letztes Jahr.

Bei strahlendem Sonnenschein habe wir uns auf den Weg zu den Puffins gemacht.

Der erste Teil des Weges hat eine Steigung von ca. 25%…

Aber der Ausblick ist unglaublich.

Diesmal haben wir uns für den direkten Weg entschieden und nicht erst den Weg zum Leuchtturm.

Oben angekommen hatten wir noch strahlenden Sonnenschein. Aber wir mussten ja ca. 2 Stunden warten, bis die Puffins endlich angeflogen kamen.

Aber in dieser Zeit zog Nebel auf…

Aber das warten hat sich gelohnt, nach 20 Uhr (wie von dem Campingplatzbetreiber vorhergesagt) kamen sie endlich angeflogen.

Und als Ute sich direkt auf dem Felsen unter uns niederlies, war der Akku meiner Kamera leer. Aber da so viele Fotografen sich für dieses Schauspiel hier versammelt hatten, wurde ich ganz schnell mit einem neuen Akku versorgt und Lorenz musste leider weiter frieren…

Aber für das Foto von Ute, hat auch Lorenz gern gefroren 😂

Bis morgen Abend werden alle 4 Akkus neu aufgeladen und dann werden wir nochmal nach Ute Ausschau halten.

Runde, Remøy und Puffins

Die Wolken, die gestern Abend aufgezogen sind, hingen auch heute Morgen noch über Runde.

Eigentlich wollten wir eine Bootstour um die Insel machen, aber bei dem dichten Nebel hatte es keine Sinn. Also haben wir uns für eine Radtour entschieden. Diese wurde aber am Hafen von Runde erstmal gestoppt, da Lorenz sich einen Metallsplint in den Reifen gefahren hatte.

Also musste er erstmal seinen Schlauch wechseln.

Dann konnten wir unsere Tour im Nebel fortsetzen.